Sturm gen die Stasi-Zentrale: „Meine Dossier gehört mir“

Am 15. Januar 1990 fiel die wichtigste Bollwerk des Ostzone-Regimes in Hauptstadt von Deutschland. Den Ursprung machten wirklich schon früher mutige Menschen fernab des Machtzentrums. Und welcher letzte Beischlaf fand erst im September statt. 

„Schutzwaffe und Schwert welcher politische Kraft“ – mit diesem Selbstverständnis arbeitete dasjenige 1950 gegründete Ministerium z. Hd. Staatssicherheit (Ministerium für Staatssicherheit) welcher Deutschen Demokratischen Republik (Ostzone). In welcher Realität bedeutete dasjenige: spionieren, unterdrücken, zersetzen. Hauptzielgruppe: die eigene Volk. Die Stasi, wie dasjenige Ministerium für Staatssicherheit im Volksmund hieß, war dasjenige wichtigste Frühwarnsystem und Unterdrückungsapparat welcher Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands).  

Neues Forum: „Bringt Kalk und Mauersteine mit!“

Den Sachverhalt welcher Krapfen Wand am 9. November 1989 kann die Stasi trotzdem nicht verhindern. Und damit den eigenen Untergang. Neun Tage nachher welcher überraschenden Grenzöffnung wird die Ostzone-Geheimpolizei in Aufgabe z. Hd. Nationale Sicherheit (AfNS) umbenannt. Neuer Name, altes System – so sieht es die überwältigende Mehrheit welcher 17 Mio. Ostdeutschen.

Am 15. Januar 1990 ist die Stasi dasjenige beherrschende Themenkreis hinauf welcher Sitzung des Zentralen Runden Tisches in Hauptstadt von Deutschland. Verbinden gemeinsam nachdenken Vertreter des alten Regimes unter Regierungschef Hans Modrow und Bürgerrechtler, wie es mit welcher maroden Ostzone weitergehen soll. An diesem Tag ruft dasjenige Neue Forum zu einer Kundgebung vor welcher Stasi-Zentrale hinauf. „Bringt Kalk und Mauersteine mit!“, steht hinauf einem Werbehandzettel. Welcher Geheimdienst soll symbolisch eingemauert werden. „Mit Fantasie und ohne Ungestüm“ soll dasjenige riesige Territorium gestürmt werden.

„Welcher Staat hatte noch nicht abgedankt“

Tausende Menschen nachgehen dem Kontrollabgabe, ebenfalls welcher Ost-Krapfen Arno Polzin. Ein Detail wird welcher weiland 27-Jährige nie vergessen: „Die Tatsache, dass man ungeschoren hinauf dasjenige Terrain kam.“ Kein Widerstand, keine Kontrollen. Im Gegenteil. Qua welcher gelernte Werkzeugmacher dasjenige obig Jahrzehnte hermetisch abgeriegelte Terrain betritt, erblickt er im obersten Stockwerk eines Gebäudes uniformierte Bereitschaftspolizisten. Die seien offensichtlich nicht dazu da gewesen, die Eindringlinge einzuschüchtern oder abzudrängen, sagt Polzin im DW-Gespräch. Stattdessen hätten sie mit „Motivation und Wissensdurst“ zugeguckt, welches sich unten abspielt. Ein symbolisches Skizze in Polzins Augen: „Okay, eine direkte Gefahr scheint hier nicht mehr vorzuliegen.“

Mit dem Sturm hinauf die Stasi-Zentrale fällt die letzte und wichtigste Bollwerk des Ostzone-Geheimdienstes. Angefangen hat die Gesamtheit jedoch rund 300 Kilometer südwestlich von Hauptstadt von Deutschland. In Erfurt organisiert die Künstlerin Gabriele Stötzermit einer Typ von Frauen schon am 4. Monat des Winterbeginns 1989 die Inbesitznahme des örtlichen Stasi-Gebäudes. Die Säumen zwischen Ost und West sind zwar ungeschützt, allerdings sie unter die Haube bringen dem Frieden nicht. „Welcher Staat hatte noch nicht abgedankt“, sagt Gabriele Stötzer im DW-Gespräch. Polizei, Militär und Stasi seien noch bewaffnet gewesen. „Es war eine Dunkelheit obig welcher Ostzone, die es ja noch gab.“

Unlust dieser diffusen Gemisch- und Gefühlslage nehmen die Frauen all ihren Mut zusammen und begehren Zutritt wohnhaft bei welcher Stasi – und die Tür geht tatsächlich hinauf. Den verblüfften Stasi-Leuten verdeutlichen sie ihr Bevorstehen: „Ihr habt z. Hd. uns Akten gemacht, dasjenige ist unser Eigentum. Dies wollen wir jetzt sichern. Wir wollen gucken, ob ihr dasjenige vernichtet.“

In Erfurt wird welcher Ortsvorsteher vorab obig die Inbesitznahme informiert

Befürchtung hätten sie weiland nicht empfunden, sagt Gabriele Stötzer. Ihr Ziel sei so lichtvoll gewesen, ständig sei irgendwas zu tun gewesen. Die Frauen umziehen planmäßig vor. So verrückt es tönen mag, sie informieren vorher den Ortsvorsteher obig ihre bevorstehende Operation. Und welcher Staatsanwalt wird aufgefordert, die Stasi-Räume zu versiegeln, um die Akten zu sichern. „Wir wussten, dass dasjenige ebenfalls ein großer Schatz ist, unser Schatz.“

Ihr Leben sei darin aufgeschrieben worden. Womit die Stasi versucht habe, sie zu im Stande sein. „Uns praktisch unser Leben zu entreißen, uns zu kriminalisieren.“ In den Augen welcher Stasi war die junge die noch kein Kind geboren hat schon Tagesanbruch eine Staatsfeindin. Ihr Vergehen: Sie protestierte 1976 mit anderen Bürgerrechtlern gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann. Zu diesem Zweck wurde Gabriele Stötzer zu einem Jahr Haft im Frauengefängnis Hoheneck verurteilt.    

„Die umziehen rein, wollen die Stasi-Akten nach sich ziehen und es wird nicht geschossen“

Unlust dieser demütigenden Sanktionierung lehnte sie die Ausreise in den Westen ab und schlug sich in welcher Ostzone denn freischaffende Künstlerin durch. Die Stasi überwachte sie weiterhin. Die Fasson und Weise, wie sie und Gleichgesinnte 1989 den Geheimdienst später ganz harmlos entsorgen, nennt Gabriele Stötzer noch heute „ingeniös“ und „grandios“. In welcher ganzen Ostzone verbreitet sich die unglaublich klingende Botschaft aus Erfurt: „Die umziehen rein, wollen die Stasi-Akten nach sich ziehen und es wird nicht geschossen.“ Ob in Halle, Leipzig oder Gotha – die Stasi  kapituliert überall.

Nur in Hauptstadt von Deutschland dauert es länger. Markus Meckel, 1990 z. Hd. kurze Zeit Ostzone-Außenminister nachher den ersten freien Wahlen, hat dafüreine plausibel klingende Hinweistext: Die Ostzone sei nun mal ein zentralistischer Staat gewesen. „Da saß die Zentrale welcher Potenz, ebenfalls des Repressionsapparates.“ Und die Stasi sei nur wegzukriegen gewesen, „un… ebenfalls die Regierung selbst nicht fest wurde und keinen anderen Ausweg mehr sah“. Dieser Zeitpunkt ist am 15. Januar 1990 gekommen. 

Regierungschef Hans Modrow kapituliert vor den Bürgerrechtlern

Drei Tage nachher dem Sturm hinauf die Stasi-Zentrale gibt welcher letzte kommunistische Ostzone-Regierungschef, Hans Modrow, seinen Widerstand hinauf. Er ordnet an, den Geheimdienst aufzulösen. Die Stasi-Akten anschließend zu öffnen,  sei ein „ganz großes Verdienst“ welcher Ostzone-Volkskammer, sagt Meckel im DW-Gespräch. Eine Leistung, „die gegen die Vertreter welcher Bundesregierung durchgesetzt werden musste“.

Welcher westdeutsche Kanzler Helmut Kohl will dasjenige brisante Werkstoff weiland möglichst unter Verschluss halten. Um dasjenige zu verhindern, okkupieren Arno Polzin und Gleichgesinnte die geschleifte Stasi-Trutzburg im September 1990 ein zweites Mal – mit Klopper. Dies wichtigste Ziel welcher Ostzone-Bürgerrechtler ist erreicht: „Meine Urkunde gehört mir.“ Zu diesem Zweck muss dasjenige Stasi-Erbgut aus den Giftschränken herausgeholt werden. Arno Polzin nennt allerdings noch an eine andere Befürchtung: dass westdeutsche Geheimdienste Zugriff hinauf die Akten bekommen, „im Vorfeld die Ostzone-Einwohner schier die Risiko nach sich ziehen, zu wissen, welches da los war“.

Markus Meckel: „Dies war eine ganz große Tat“

Ohne dasjenige Engagement welcher Bürgerrechtler an vielen Orten zu verschiedenen Zeitpunkten wären die Ausgang welcher Stasi und die Freigabe welcher Akten kaum vorstellbar. Verdongeln Schlussstrich soll es weiterhin nicht verschenken. Untergeordnet wenn die Stasi-Unterlagen, wie 2019 beschlossen, mittelfristig im Bundesarchiv landen. Welcher letzte Ostzone-Außenminister Markus Meckel findet jene Lösungskonzept gut. Und er betont die Vorbildfunktion z. Hd. andere Länder des früheren Ostblocks, die dem deutschen Vorbild gefolgt sind. Welcher Sturm hinauf die Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 hat z. Hd. ihn eine besondere historische Geltung: „Dies war eine ganz große Tat, die wichtig ist und festgehalten werden muss.“